DARKNESS OVER X-MAS in STUTTGART 2015

Event: Darkness over X-Mas 2015
Venue: LKA Longhorn Stuttgart
Date: 27.12.2015
Lineup: Caliban, Neaera, Anygivenday, Walking Dead Broadway, Vitja

Das Ende einer Institution des deutschen Metalcores wurde dieses Jahr wahr, als Neaera ihre Auflösung verkündeten. Noch drei Konzerten sollten die 12 jährige Bandgeschichte zu einem würdigen Abschluss bringen. Mit Caliban als Headliner und Anygivenday sowie Walking Dead Broadway und Vitja wurden ebenbürtige Bands als Begleitmannschaft gewählt.

Dementsprechend ausverkauft war auch das LKA Longhorn in Stuttgart-Wangen. Beim (zugegebenermaßen etwas verspäteten) Betreten der gefüllten Halle hatte bereits Vitja für wohltuende Wärme gesorgt, und Walking Dead Broadway begann, die Stage mit ihren Growls zu zerlegen.

Anygivenday setzte mit einer phänomenalen Abwechslung von Growls und Clean Parts noch einen drauf, die genialen Riffs taten ihr übriges und beim finalen Cover von „Diamonds in the Sky“ wurde eine absolut bilderbuchartige Wall of Death abgeliefert.

Doch die spürbare Aufmerksamkeit galt ständig den inoffiziellen Headlinern, und als das Intro von Neaera erklang, bekam wohl mehr als ein Metalhead eine Gänsehaut. Bei jeder anderen Band wäre es nahezu lächerlich gewesen, hätten diese ihr Set mit einer Wall of Death beginnen wollen. Doch als Benny die Stage enterte und das Meer zu den ersten Takten von „Armamentarium“ teilte, wurde das angenehme Gefühl eines alten Rituals in einem wach. Die darauffolgenden Songs wurden derartig souverän durchgezogen, dass es einfach pure Poesie war, und Benny (seit dem letzten Summer Breeze nun mit neuer Hose ausgestattet) legte eine gewohnt gut gelaunte und humorvolle Performance an den Tag. Der Breakdown zu „Let the tempest come“ war derartig genial, dass man glauben könnte, Neaera selbst hätten den Breakdown erfunden. Auch die Rufe nach einer Zugabe wurden erhört, und als sich die Band schließlich verabschiedete, blieb jedem Fan wohl ein Stich im Herz zurück, ob der düsteren Botschaft, die während des Auftritts stets im Unterbewusstsein vorhanden war.

Dementsprechend schwer sollte man meinen, musste der Headliner Caliban kämpfen, um das Publikum entsprechend bei Laune zu halten. Doch nichts dergleichen war zu spüren. Die Leute hatten erstaunlicherweise immer noch genug Energie, um Caliban nochmals alles geben zu können. Spätestens bei „Memorial“ war der Punkt der totalen Eskalation erneut erreicht. Auch das Array an Boxen konnte trotz anfänglicher Schwierigkeiten verursacht durch das vorhergegangene Neaera-Massaker nochmals die Trommelfelle der Fans malträtieren. Zudem präsentierte die Band zwei neue Songs aus ihrem kommenden Album, welches am 25.03.2016 erscheinen wird.

Das Ende des Events repräsentierte schließlich für viele auch das Ende von Neaera. Doch wir werden diese Band stets als eine gigantische Liveband in Erinnerung behalten.

von: cave

SIFFLER: „WAR GEIL!“