Cave’s Random Picks

In dieser Kategorie schreibe ich über Songs, die mir spontan über den Weg gelaufen sind oder nach langer Zeit wieder in Erinnerung gekommen sind.
Dabei verirren sich die Tracks meistens bei Listening-Sessions zufällig in meine Playlist oder schleichen sich subtil von hinten an, um mich wieder zu erinnern, wie verflucht cool sie damals waren und immer noch sind.
Hier können sich altbekannte Nummern tummeln, neue Singles oder Titel, die eigentlich mal so gar nicht ins Metal-Genre gehören.

ZZtop, rush, suicide silence, andy savage

ZZ Top – La Grange

Bluesrock at it’s best! Zweimal texanischer Vollbart und einmal der Nachname Beard. Ein Angebot von Gilette sich für 1 Mio. Dollar die Bärte abzurasieren schlugen sie natürlich aus. Der Name der Gruppe kommt übrigens von den alten (alphabetisch sortierten) Plattenläden. Man greift einfach am Ende des Regals rein und voila! ZZ Top gefunden. Klappt weltweit.

Der Song La Grange handelt dabei von einem illegalen Bordell in La Grange in Texas, die Chicken Ranch. Über 100 Jahre war dies das „am schlechtesten gehütete Geheimnis der Gegend“. Die Väter gingen mit ihren Söhnen dorthin, um sie auf das Leben vorzubereiten.
Der Sheriff ließ sich auf eine Art Abkommen mit Puffmutter Miss Edna ein. Marvin Zindler, ein konservativer Reporter brachte das Bordell 1973 zu Fall, indem er einen entsprechend langen Bericht ausstrahlte. Der Gouverneur musste eine eingebrachte Petition kategorisch ablehnen.

Das bekannte Intro stammt von „Boogie Chillen“ von John Lee Hooker, was zu Rechtsstreitigkeiten führte. Insgesamt betrachtet ist dies der erste Top 40 Hit der Band gewesen. Das Rolling Stone Magazine zählt „La Grange“ auf Platz 74 der 100 Besten Gitarrensongs aller Zeiten.

Suicide Silence – Unanswered

Zugegeben, Mitch Luckers Stimme war und ist legendär. Die frühe Nummer aus dem Jahre 2007 ist für mich der Deathcore Track schlechthin.

Aufgrund der derzeitigen Ereignisse in Bayern erscheint mir auch die Frage von Mitch „Where is your fucking God?!“ immer wieder passend.
Textlich doch sehr religionskritisch, doch auch der Titel „Unanswered“ passt aufgrund der Suche nach dem „Warum“.

Für mich eines der Beispiel wie Musik, ja auch aggressive Musik, über weltliche und nichtweltliche Dinge sowie deren Auswirkungen zum Nachdenken animieren und so vielleicht eines Tages durch uns eine friedlichere Welt entstehen kann.

Rush – The Spirit of Radio

Dieser Song der kanadische Progressive Rocker ist wohl tatsächlich zusammen mit Black Sabbaths Paranoid mein persönlicher Soundtrack of Life.
Als 5jähriger fiel mir ein Hardrocksampler mit dem Titel „Born to be Wild“ in die Hände. Darauf vertreten Songs von Toto, Status Quo, Steppenwolf, Journey sowie Black Sabbaths Paranoid und Rush.
Ich hab nicht mitgezählt aber wenn ich mir überlege, jeden Tag für mindestens eine Stunde die beiden Songs gehört zu haben und das mehrere Jahre lang, könnt ihr euch vorstellen, wie gut ich diese Songs kenne.
Erstaunlicherweise scheinen diese für die Ewigkeit zu sein, denn mich begeistern diese noch genauso wie damals.

Inhaltlich setzt sich der Song mit der Kommerzialisierung der Musik sowie damit einhergehenden sinkenden Qualität bei der Produktion auseinander. Eine Erscheinung, die uns bis heute nicht loslässt.

Andy SVGE – Gravity
Dragonblood EP (Defqon 1 Festival Endshow Saturday 2016)

Ich weiß, ich weiß. Vorher schreibe ich oben noch über mangelnde Musikqualität und dann komme ich hier mit elektronischer Musik daher. An alle Puristen die nun gleich aufhören werden zu lesen. Wenn es nach mir gehen würde, und ihr eines Tages im Duden „episch“ nachschlagen würdet, müsste genau dieser Song auftauchen.

Bei der Defqon 1 handelt es sich um ein Festival für Hardstyle sowie Hardcore Techno in den Niederlanden. So eine Art Tomorrowland, nur härter. 2015 habe ich dieses Festival besucht und habe festgestellt, dass die Community ähnlich wie im Metal ist. Zudem habe ich nicht einen getroffen, der Hardstyle-Purist gewesen wäre, alle hören nebenher noch andere Musikrichtungen (Toleranz: Daumen nach oben!).
Höhepunkt sind die Endshows, wo sich das gesamte Festival auf einer Stage versammelt und das Event ausklingen lässt, bei Feuerwerk und einer absolut genialen Lightshow.

Genau hier wurde heuer besagter Song uraufgeführt. Ich habe mir die Endshow genau einmal angesehen und war instant süchtig nach diesem Track. Ob er genauso wirkt ohne das Feuerwerk und Licht wirkt, kann ich im Moment nicht beurteilen. Aber ich denke das jeder, der nicht ein paar Mal im Leben etwas Fremden eine Chance gibt, viele gute Dinge verpasst, und wie in diesem Fall, ein echtes Gänsehautfeeling.

https://www.youtube.com/watch?v=xtV0GbvBoHo